Gastbeitrag von Tonya Schulz
Seit dem 13. Mai 2026 laden die Museen Schloss Aschach, nur wenige Kilometer von Bad Kissingen entfernt, zu einer besonderen Zeitreise ein: Die neue Sonderausstellung „Verstrickt und zugenäht“ widmet sich den vielfältigen textilen Handwerkstechniken und ihrer zentralen Bedeutung im Alltag der Menschen – früher wie heute.
Die Ausstellung ist bis zum 8. November 2026 im Erdgeschoss des Volkskundemuseums zu sehen.
Vom Spinnrad bis zum Schnittmuster
Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Textil durch Generationen – und genau diesem folgt auch die Ausstellung. Ihren Anfang nimmt sie in der Spinnstube, einst sozialer und wirtschaftlicher Mittelpunkt des dörflichen Lebens.
Von dort führt der Rundgang zum Nadel- und Handarbeitsunterricht in der Schule, der neben handwerklichen Fertigkeiten auch Werte wie Fleiß und Ausdauer vermitteln sollte.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Notzeiten, in denen Nähen, Flicken und Umarbeiten überlebenswichtig waren. Kleidung war kostbar, Improvisation und Kreativität gefragt.
Dem gegenüber steht das modische Nähen in den 1950er und 1960er Jahren. Schnittmusterbögen und einflussreiche Modezeitschriften wie Burda brachten neue Trends und Ideen bis in ländliche Regionen.
Handarbeit heute
Der Blick richtet sich schließlich auch in die Gegenwart. Ob als Freizeitbeschäftigung, Ausdrucksform in der Kunst oder als Apell zum Engagement für demokratische Werte – Handarbeit erfährt heute eine neue Wertschätzung und steht unter anderem für Individualität, Nachhaltigkeit und künstlerische Freiheit.
Im Vorfeld der Ausstellung hatten die Museen Schloss Aschach mit einem Aufruf dazu eingeladen, persönliche Geschichten rund um das Thema Handarbeit einzureichen.
Die zahlreichen Rückmeldungen sind Teil einer Collage, die Menschen vorstellt, die mit Stoff und Faden arbeiten und ihre Motivation und Leidenschaft mit den Gästen teilen.
Mitmachen und kreativsein erwünscht
Mitmachstationen laden Besucherinnen und Besucher zum Ausprobieren, Anfassen und Entdecken ein. Taststationen zur Flachs- und Schafswollverarbeitung, ein Rätsel rund um den Handarbeitsunterricht sowie ein Suchspiel zu Schnittmustern bieten spielerische Zugänge.
An einem Kreativtisch können sich Gäste bewusst Zeit nehmen, um verschiedene Techniken auszuprobieren. Der Tisch lädt dazu ein, kreativ zu werden, sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen.
Eigene Erlebniswelt für Kinder
Auch für die jüngsten Gäste ist gesorgt: Eine eigene Kinderebene führt mit sechs Objekten in die verschiedenen Themenbereiche der Ausstellung ein und ermöglicht einen zielgruppengerechten Zugang.




